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1. Allgemeines 1.1. Definition Budget Das Kernstück der betrieblichen Planungsrechung: Aufstellung sämtlicher für einen bestimmten Zeitraum zu erwartender Einnahmen und Ausgaben zur Ermittlung des Kapital- und Geldbedarfs Die Sollzahlen des Budgets müssen laufend mit den Istzahlen (laut Buchhaltung) verglichen und abgestimmt werden; gegebenenfalls sind kurzfristige Finanzierungsmassnahmen erforderlich, um die Liquidität und Zahlungsbereitschaft des Unternehmens zu erhalten. Demnach ist ein Familienbudget eine Aufstellung sämtlicher für einen bestimmten Zeitraum zu erwartender Einnahmen und Ausgaben zur Ermittlung des Kapital- und Geldbedarfs. 1.2. Wer sollte ein Familienbudget führen? Während es bei Unternehmen eine Selbstverständlichkeit ist ein Budget zu führen, wird dieses im privaten Bereich überwiegend noch nicht praktiziert. Ein Familienbudget sollte im Grund aber jeder, egal ob es sich um einen Einpersonenhaushalt oder um ein Familie mit Kindern handelt, führen. 1.3. Warum sollte ein Familienbudget geführt werden. 1.3.1. Finanzieller Überblick Nur ein Familienbudget bringt Klarheit über die Einnahmen- und Ausgabenströme und führt zur Kenntnis welcher Strom überwiegt. Sollte der Ausgabenstrom auf Dauer überwiegen, hat dies fatale finanzielle Folgen. Da die Banken automatisch Girokredite einräumen und in der Regel bis zum dreifachen des Monatseinkommens erhöhen, fällt eine schleichende Verschuldung nur durch die Girokontostände auf. Eine schleichende Erhöhung der Sollkontostände wird aber meistens nicht beachtet. Dadurch wird das bisherige Ausgabeverhalten beibehalten. Ist dann die Grenze der maximalen Girokreditvergabe erreicht, kommt es zu, von den Banken ungenehmigten Kontoüberziehungen. Spätestens jetzt bittet die Bank um Umschuldung des Girokredites in ein Abzahlungsdarlehen. Zu den bereits das Einkommen übersteigenden Ausgaben kommen jetzt noch die monatlich zu erbringenden Darlehensraten dazu. Dies bedeutet nun aber einen mehr oder wenigen drastischen Einschnitt in den bisherigen Lebensstandard. Oft wird aber bei der Umschuldung der Girokreditrahmen nicht reduziert, bzw. gestrichen. Dies hat zur Folge, dass die bisherigen Ausgaben nach wie vor die Einnahmen übersteigen können und diese, zusammen mit der Darlehensrate über der Girokredit finanziert werden, bis der Girokreditrahmen wieder ausgeschöpft ist. Nun erfolgt wieder eine Umschuldung. Die Höhe des neuen Abzahlungsdarlehens setzt sich nun aus der Höhe der Girokontoinanspruchnahme und noch nicht abgezahlten alten Darlehen zusammen. Dadurch wird die Verschuldung immer grösser, anstatt kleiner. 1.3.2. Klarheit über die Ausgaben Bei einem privaten Haushalt schleichen sich mit der Zeit Gewohnheiten, z.B. nicht mehr gelesene Zeitschriften aus Abonnements (siehe Zif. 2.2.1.) und damit Ausgaben ein, die finanzielle Mittel vereinnahmen, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden können, bzw. gebraucht werden. Ein Familienbudget zeigt diese Löcher auf und zwingt zur Überlegung ob diese Ausgaben überhaupt noch sinnvoll sind. 1.3.3. Welche Investitionen können noch getätigt werden Ein privater Haushalt geht finanzielle Langfristverträge ein, z.B. Ratenkäufe, Pkw-Leasing, Zeitschriftenabonnements oder Versicherungen usw. , ohne sich ein klares Bild davon geschaffen zu haben, ob die Einnahmen dazu überhaupt noch ausreichen. Die Investitionsentscheidung wird meistens pragmatisch, mit dem Gedanken, „diese 50 Euro monatlich habe ich sicher noch übrig.“ getroffen, ohne zu berücksichtigen, dass dies über einem Zeitraum von 1 Jahr bereits Euro 600,-- sind und eine Einsparung an einer anderen Stelle überhaupt nicht mehr möglich ist. 1.3.4. Zukunftsplanung Unternehmen bilden für grössere, in die Zukunft gerichtete Investitionen Rücklagen. Dies wird bei den privaten Haushalten in der Regel nicht gemacht. Allerdings benötigen Haushalte ebenfalls grössere Geldbeträge zur Anschaffung eines neuen Autos, Wohnungseinrichtungen usw. Stehen dann keine finanziellen Mittel zur Verfügung, muss die Investition durch eine Kreditaufnahme finanziert werden. Aus einem freiwilligen Sparen wird ein Zwangssparen, das weiteren Investitionen dann im Wege steht, da kein Einnahmenüberschuss für weitere Kreditfinanzierungen mehr zur Verfügung steht. Ferner müssen die Kreditraten ständig erbracht werden, ohne Rücksicht darauf ob der Kreditnehmer noch berufstätig oder zwischenzeitlich arbeitslos geworden ist. 1.3.5 Zukunftssicherung Ein Familienhaushalt lebt nicht nur von einem Monat zum anderen, sondern er entwickelt auch Visionen von weit in der Zukunft liegenden grossen Investitionen wie z.B. eigenes Haus, Altersvorsorge usw. Zur Erreichung dieses Zieles müssen ebenfalls Rücklagen gebildet werden. Um so früher damit begonnen wird, um so geringer sind die monatlichen Belastungen. Ferner können langfristige Ansparpläne eingegangen werden, die in der Regel eine bessere Verzinsung aufweisen. 1.4. Der Budgetzeitraum Das Familienbudget sollte für ein ganzes Jahr geführt werden. Hierbei sind bereits die in weiterer Zukunft gerichtete Investitionen zu berücksichtigen und dafür Rücklagen zu bilden. Das Familienbudget, insbesondere die Ausgaben sollten monatlich kontrolliert werden, um kurzfristig festzustellen, ob die getätigten Ausgaben maximal mit den geplanten übereinstimmen, oder ob an dem Ausgabeverhalten etwas geändert werden muss. |